Sie haben es in der Überschrift schon gelesen: Fettleber. Was hat die Leber damit zu tun? Eine ganze Menge. Die Leber ist unser zentrales Stoffwechsel Organ. Hier finden alle Stoffwechsel (=metabolischen) -Prozesse statt. Metabolisch. Haben Sie vielleicht schon mal gehört im Zusammenhang mit dem „Metabolischen Syndrom“. Was ist das? Eine Kombination aus Krankheiten die häufig zusammen auftreten: Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Harnsäure, Fettstoffwechselstörung (Cholesterin, LDL/HDL), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und vieles mehr. Auch Folgeerkrankungen: Schlafapnoesyndrom, Asthma/COPD, Arthrose, Gicht, Herzinfarkt, Schlaganfall, Depression usw.. Hört sich so an, als ob fast alle unsere „Zivilisationserkrankungen“ damit einhergehen. Was ist die Ursache, der gemeinsamen Nenner vom metabolischen Syndrom? Heutzutage wissen wir es: die Insulinresistenz. Was passiert, wenn wir Zucker essen und ihn nicht gleich durch Bewegung verbrennen oder er nicht in die Muskeln geht? Er wird in der Leber in Fett umgewandelt (=de novo Lipogenese). Und weil der Körper sehr pragmatisch ist, wird das Fett gleich dort an Ort und Stelle gespeichert (in die Muskeln geht der Zucker nur, wenn wir uns bewegen –
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.) Die Leber verfettet. Was wenn wir immer viele Kohlenhydrate essen? Kohlenhydrate führen zu Insulinanstieg. Insulin hilft, dass der Zucker in die Zelle kommt. Ständig Insulinanstieg? Genau, die Zellen werden darauf resistent. Nennt man Insulinresistenz. Insulin wirkt nicht mehr. Der Zucker kann nicht in die Muskelzelle gelangen. Wo geht er erst recht hin? Genau, in die Leber. Was passiert dort damit? Lipogenese, Zucker wird in Fett umgewandelt. Erneut, der Zucker, der in der Leber in Fett umgewandelt wird, wird direkt dort gespeichert. Die Leber verfettet. Fettleber. Medizinisch: Die „nicht-alkoholische Fettleber“, kurz NAFL. Der Teufelskreis hat sich geschlossen. Und kreist immer weiter: Fettleber, Insulinresistenz, noch höherer Insulinspiegel (
macht Abnehmen unmöglich). Führt früher oder später zum Diabetes mellitus. Noch höherer Insulinspiegel, höherer Blutzucker, mehr Zucker für die Leber, mehr Leberfett. Und da sind sie. Unsere Übergewichtigen. Mit einem Insulinspiegel im Blut der 10-fach oder mehr im Vergleich zu Gesunden erhöht ist (kann man im Labor messen). Der hohe Insulinspiegel hält den Blutzucker häufig noch in Schach. Man muss noch keinen Diabetes haben. Hausarzt misst – Blutzucker noch normal. Auf Kosten von viel Insulin. Nach Jahren, oder auch früher, ist durch das hohe Insulin der Diabetes vorprogrammiert. Um nochmal zu unserem Missverständnis oben zu kommen: Ein so hoher Insulinspiegel heißt, nur geringe Mengen Kohlenhydrate in der Nahrung, 10mal so viel Insulin wie normal. Insulin macht dick. Und bei einem so hohen Insulinspiegel reichen schon ein paar Kalorien am Tag um weiter zuzunehmen. Zum Teil nur 800kcal am Tag. Und da haben wir´s. Übergewichtige Menschen essen nur 800kcal am Tag und nehmen davon nicht ab. Vielleicht sogar noch weiter zu. Im Labor nachgewiesen, gemessen, belegt. Missverständnis aufgeklärt. Die Übergewichtigen sagen die Wahrheit. Den Ungläubigen fehlt das obige Wissen. Leider auch vielen Ärzten und Ernährungsberatern. Zur Entlastung meiner tüchtigen Kolleginnen und Kollegen: die Kassenmedizin in Deutschland lässt so ein Wissen und die Anwendung desselben zeitlich gar nicht zu. Ist nicht gewollt. Um die Erhaltung seiner Gesundheit muss man sich schon selbst kümmern. Die Medizin und die tüchtigen, gut ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen helfen in akuten Notfällen. Oder in schweren Fällen wenn man medikamentös arbeiten muss oder operativ. Also, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wenn das Leben akut bedroht ist. Da ist die Medizin unschlagbar. Da rettet sie Ihr Leben. Dafür braucht man die 12 Jahre Ausbildung. Dafür brauchen wir unsere überarbeiteten von Behörden mit Bürokratie überlasteten Ärzte, die vor lauter Regeln und Gesetzen und Papieren kaum noch Zeit für Sie haben. Dafür arbeiten wir in den Kliniken 24 Stunden, auch am Wochenende. Aber wollen Sie es erst so weit kommen lassen, nur damit Sie dann die Verantwortung an den Arzt abgeben können? Besser die Fettleber vorher schon selbst loswerden. Das ist (aktuell) nicht die Aufgabe ihres (Haus-)Arztes. Also bitte nicht wundern, wenn Ihr Hausarzt Ihre Fettleber nur mit einem Schulterzucken kommentiert und sagt: Da müssen Sie eben abnehmen.