Mit Salz ist im allgemeinen Kochsalz gemeint, also Natriumchlorid = NaCl. Wie in unserem Newsbeitrag Wasser schon erwähnt, ist das Natrium im Blut ein wichtiger Faktor für die Gesundheit.
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Warum Salz weder Freund noch Feind ist – sondern eine Frage der richtigen Balance
Brauchen wir wirklich weniger Salz?
Kaum ein Lebensmittel hat in den letzten Jahrzehnten einen so schlechten Ruf bekommen wie Salz. Fast jeder hat schon einmal gehört:
„Salz erhöht den Blutdruck."
„Salz ist ungesund."
„Am besten möglichst wenig Salz essen."
Deshalb werben heute sogar viele Mineralwässer stolz mit dem Hinweis „natriumarm", als wäre das grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal.
Doch stimmt das überhaupt?
Die Antwort lautet – wie so oft in der Medizin: Es kommt darauf an.
Denn Salz ist keineswegs nur ein Gewürz. Natrium – der wichtigste Bestandteil des Kochsalzes – gehört zu den lebenswichtigen Elektrolyten unseres Körpers. Ohne Natrium könnten unsere Nerven keine Signale weiterleiten, unsere Muskeln sich nicht zusammenziehen und unser Körper den Wasserhaushalt nicht regulieren.
Bereits ein ausgeprägter Natriummangel, eine sogenannte Hyponatriämie, kann zu Verwirrtheit, Krampfanfällen, Hirnödemen und im Extremfall sogar zum Koma führen.,
Salz ist also kein Feind unseres Körpers – sondern eine Voraussetzung dafür, dass er überhaupt funktioniert.
Warum wird dann seit Jahren empfohlen, möglichst wenig Salz zu essen?
Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Bei einem Teil der Menschen – insbesondere bei salzempfindlichen Patienten mit Bluthochdruck – kann eine hohe Salzzufuhr den Blutdruck zusätzlich erhöhen. Daraus entstand die weit verbreitete Empfehlung, Salz grundsätzlich zu reduzieren.
In den vergangenen Jahren ist dieses Bild jedoch differenzierter geworden. Mehrere große internationale Studien zeigen, dass nicht nur zu viel, sondern auch zu wenig Salz mit gesundheitlichen Nachteilen verbunden sein kann.
Die entscheidende Frage lautet deshalb heute nicht mehr: „Ist Salz gesund oder ungesund?" Sondern: „Welche Menge ist für wen sinnvoll?"
Denn wie so häufig gilt auch hier ein Grundsatz, den wir bei Pur-Life immer wieder erleben: Nicht die Extreme machen gesund – sondern die richtige Balance.
Warum Salz lebenswichtig ist
Salz besteht chemisch aus Natrium und Chlorid. Beide gehören zu den wichtigsten Elektrolyten unseres Körpers. Elektrolyte sind gelöste Mineralstoffe, die elektrische Ladungen tragen und dadurch zahlreiche lebenswichtige Funktionen ermöglichen.
Vor allem Natrium übernimmt dabei eine Schlüsselrolle. Es reguliert den Wasserhaushalt, bestimmt zusammen mit anderen Elektrolyten die Flüssigkeitsverteilung zwischen Blut, Gewebe und Zellen und ist unverzichtbar für die Funktion von Nerven und Muskeln.
Jeder Herzschlag, jede Muskelbewegung und jeder Gedanke beruhen letztlich auf elektrischen Signalen – und ohne Natrium könnten diese Signale nicht entstehen.
Man kann sich Natrium daher wie einen Dirigenten vorstellen, der den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt unseres Körpers koordiniert. Fehlt Natrium, gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht.
Warum Natrium den Wasserhaushalt bestimmt
In der Medizin gibt es einen Merkspruch:
„Wasser jagt dem Natrium nach."
Physiologisch noch etwas genauer müsste man sagen:
„Wasser folgt dem Natrium."
Denn Wasser bewegt sich im Körper aufgrund der Osmose immer dorthin, wo sich mehr Natrium befindet. Natrium ist der wichtigste Elektrolyt außerhalb unserer Körperzellen und bestimmt damit maßgeblich, wie sich Wasser zwischen Blutgefäßen, Gewebe und Zellen verteilt.
Dieses einfache Prinzip erklärt viele alltägliche Beobachtungen:
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Nach einer salzigen Mahlzeit bekommt man Durst. Der Körper möchte das zusätzliche Natrium mit Wasser verdünnen.
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Wer beim Sport viel schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch Natrium. Deshalb reicht Wasser allein bei längeren oder intensiven Belastungen oft nicht aus.
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Wer große Mengen natriumarmen Wassers trinkt, ohne Elektrolyte zuzuführen, kann die Natriumkonzentration im Blut verdünnen. Im Extremfall kann dadurch eine Hyponatriämie entstehen.
Genau deshalb gehören Wasser und Natrium untrennbar zusammen. Trinken ist wichtig – doch für einen optimalen Wasserhaushalt braucht der Körper immer auch ausreichend Elektrolyte.
Deshalb sprechen wir bei Pur-Life bewusst nicht nur über Wasser, sondern immer über Wasser und Elektrolyte.
Was passiert bei Natriummangel?
Sinkt die Natriumkonzentration im Blut zu stark ab, kann Wasser vermehrt in die Körperzellen einströmen. Besonders empfindlich reagiert darauf das Gehirn, da sich der Schädel nicht ausdehnen kann.
Je nach Ausprägung reichen die Beschwerden von Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Muskelschwäche über Übelkeit und Gangunsicherheit bis hin zu Krampfanfällen, Hirnödem oder sogar Koma., ,
Schwere Hyponatriämien sind deshalb ein medizinischer Notfall.
Glücklicherweise entstehen solche Situationen im Alltag nur selten. Sie treten vor allem dann auf, wenn große Mengen natriumarmer Flüssigkeit aufgenommen werden oder gleichzeitig erhebliche Natriumverluste bestehen – beispielsweise durch lang andauernden Ausdauersport, starkes Schwitzen, Erbrechen, Durchfall oder bestimmte Medikamente wie Diuretika. Auch ältere Menschen sind aufgrund einer veränderten Nierenfunktion häufiger betroffen.
Salzmangel kann lebensgefährlich werden
Dass Natrium lebenswichtig ist, zeigt sich besonders eindrucksvoll bei einer seltenen, aber gut bekannten Komplikation im Ausdauersport.
Vielleicht haben Sie schon einmal gelesen, dass ein Marathonläufer oder Triathlet nach einem Wettkampf plötzlich zusammengebrochen oder sogar gestorben ist. Häufig wird dann berichtet, die betroffene Person habe „zu viel Wasser getrunken".
Das klingt zunächst paradox – schließlich gilt Trinken doch als gesund.
Die eigentliche Ursache ist jedoch häufig eine belastungsbedingte Hyponatriämie.
Dabei trinken Sportler über viele Stunden große Mengen hypotoner Flüssigkeit, meist Wasser, verlieren gleichzeitig aber erhebliche Mengen Natrium über den Schweiß. Dadurch wird das Natrium im Blut zunehmend verdünnt. Die Natriumkonzentration sinkt, Wasser strömt aufgrund der Osmose vermehrt in die Körperzellen ein.
Besonders gefährlich ist dies im Gehirn, da sich der Schädel nicht ausdehnen kann.
Im Extremfall entsteht ein Hirnödem, das zu Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann.,
Glücklicherweise ist diese Komplikation selten. Sie zeigt jedoch eindrucksvoll, wie wichtig Natrium für unseren Wasserhaushalt ist.
Nicht Wasser allein hält uns gesund – entscheidend ist die richtige Balance zwischen Wasser und Elektrolyten.
Salz ist nicht gleich Blutdruck
Viele Menschen verbinden Salz ausschließlich mit Bluthochdruck. Tatsächlich kann eine hohe Salzzufuhr bei salzsensitiven Menschen, insbesondere bei Patienten mit Hypertonie, den Blutdruck erhöhen.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass möglichst wenig Salz grundsätzlich gesund ist.
Denn genauso wie zu viel Natrium ungünstig sein kann, kann auch zu wenig Natrium Probleme verursachen. Unser Körper benötigt täglich eine ausreichende Menge, um seine lebenswichtigen Funktionen aufrechtzuerhalten.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Salz grundsätzlich gut oder schlecht ist, sondern welche Menge für den jeweiligen Menschen sinnvoll ist.
Wie viel Salz ist sinnvoll? – Die goldene Mitte
Wenn es um Salz geht, gibt es oft nur zwei Lager.
Die einen sagen:
„Salz ist ungesund – möglichst wenig!"
Die anderen behaupten:
„Salz ist völlig harmlos – je mehr, desto besser!"
Wie so häufig liegt die Wahrheit wahrscheinlich genau dazwischen.
Eine der größten Untersuchungen zu diesem Thema ist die internationale PURE-Studie, in der Daten von über 130.000 Menschen aus zahlreichen Ländern ausgewertet wurden. Dabei interessierte die Forscher vor allem eine Frage: Wie hängt die Natriumaufnahme mit dem Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen?
Die überraschende Erkenntnis
Die Ergebnisse zeigten keine lineare Beziehung, sondern eine sogenannte U-förmige Kurve. Das bedeutet:
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Sehr wenig Natrium war mit einem höheren Risiko verbunden.
●
Sehr viel Natrium war ebenfalls mit einem höheren Risiko verbunden – allerdings hauptsächlich bei Menschen mit Bluthochdruck.
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Die niedrigsten Risiken fanden sich im mittleren Bereich.
Gerade diese Erkenntnis ist spannend: Nicht nur eine hohe, sondern auch eine sehr niedrige Natriumzufuhr kann ungünstig sein.
Was bedeutet das praktisch?
In der PURE-Studie war das niedrigste Risiko mit einer geschätzten Natriumausscheidung von etwa 4–5 g Natrium pro Tag assoziiert. Das entspricht ungefähr 10–12 g Kochsalz.
Wichtig ist jedoch: Die PURE-Studie zeigt eine statistische Assoziation – sie beweist nicht, dass 10–12 g Kochsalz für jeden Menschen die ideale Menge sind.
Denn der individuelle Bedarf hängt unter anderem ab von:
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Blutdruck
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genetischer Salzempfindlichkeit
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körperlicher Aktivität
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Schweißverlust
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Außentemperatur
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Trinkmenge
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Nierenfunktion
Deshalb gibt es keine einzige Salzmenge, die für alle Menschen gleichermaßen optimal ist.
Der größte Denkfehler
Aus den Daten lässt sich jedoch eine wichtige Schlussfolgerung ziehen: Die pauschale Empfehlung „je weniger Salz, desto besser" wird durch die heutige Studienlage nicht uneingeschränkt unterstützt.
Genauso wenig wäre es jedoch richtig zu behaupten, jeder sollte möglichst viel Salz essen.
Die sinnvollste Strategie besteht vielmehr darin, einen individuellen, bedarfsgerechten Bereich anzustreben, statt Extreme zu verfolgen.
Merksatz: Nicht möglichst wenig Salz ist das Ziel. Nicht möglichst viel. Sondern genau die Menge, die zu Ihrem Körper, Ihrem Blutdruck und Ihrem Lebensstil passt.
Natrium braucht Kalium – der oft vergessene Partner
Wenn über Salz gesprochen wird, fällt fast immer nur ein Wort: Natrium. Dabei wird häufig vergessen, dass Natrium im Körper einen ebenso wichtigen Gegenspieler hat: Kalium.
Man könnte sagen: Natrium und Kalium sind das Yin und Yang unseres Elektrolythaushalts.
Während Natrium vor allem außerhalb der Körperzellen wirkt, befindet sich Kalium überwiegend innerhalb der Zellen. Gemeinsam regulieren beide den Wasserhaushalt, die Muskel- und Nervenfunktion sowie den Blutdruck.
Deshalb ist nicht nur entscheidend, wie viel Natrium wir aufnehmen – sondern auch wie viel Kalium.
Das eigentliche Problem unserer Ernährung
Unsere Vorfahren nahmen über Millionen Jahre deutlich mehr Kalium als Natrium auf. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Knollen lieferten große Mengen Kalium, während Natrium vergleichsweise knapp war.
Heute hat sich dieses Verhältnis nahezu umgekehrt. Viele Menschen essen:
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mehr Fertigprodukte
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mehr Wurst
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mehr Fast Food
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mehr Brot und Käse
gleichzeitig aber:
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deutlich weniger Gemüse
●
weniger Obst
●
weniger Hülsenfrüchte
Die Folge: Nicht selten nehmen wir zu viel Natrium und gleichzeitig zu wenig Kalium auf. Genau dieses Ungleichgewicht scheint für Herz und Gefäße ungünstiger zu sein als die Natriummenge allein.
Kalium kann die Wirkung von Natrium teilweise ausgleichen
Zahlreiche Studien zeigen, dass eine höhere Kaliumzufuhr den Blutdruck senken kann – insbesondere bei Menschen mit Bluthochdruck.
Deshalb empfehlen viele Leitlinien nicht nur eine angemessene Natriumzufuhr, sondern ausdrücklich auch eine kaliumreiche Ernährung.
Mit anderen Worten: Nicht nur weniger Salz kann sinnvoll sein – oft ist vor allem mehr Kalium sinnvoll.
Wo steckt viel Kalium?
Besonders kaliumreich sind beispielsweise:
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Kartoffeln
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Bohnen und Linsen
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Spinat
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Brokkoli
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Avocado
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Tomaten
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Bananen
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Aprikosen
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Nüsse
Wer täglich reichlich Gemüse und etwas Obst isst, verbessert sein Natrium-Kalium-Verhältnis meist ganz automatisch.
Praktische Konsequenz
Deshalb lautet unsere Empfehlung nicht: „Salzen Sie einfach mehr." Sondern: Achten Sie auf die Balance.
Wer viel schwitzt oder körperlich aktiv ist, sollte auf eine ausreichende Natriumzufuhr achten. Gleichzeitig sollte die Ernährung reich an kaliumhaltigen Lebensmitteln sein. Genau diese Kombination unterstützt einen gesunden Elektrolythaushalt am besten.
Merksatz: Nicht Natrium oder Kalium allein entscheiden über unsere Gesundheit – sondern das richtige Verhältnis beider Elektrolyte.
Sport, Hitze und starkes Schwitzen – wann der Elektrolytbedarf steigt
Bisher haben wir über den durchschnittlichen Alltag gesprochen. Doch nicht jeder Mensch verliert gleich viel Salz. Wer regelmäßig Sport treibt, körperlich arbeitet, in die Sauna geht oder im Sommer stark schwitzt, hat einen deutlich höheren Bedarf an Elektrolyten – vor allem an Natrium.
Mit dem Schweiß verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe. Im Durchschnitt enthält ein Liter Schweiß etwa 0,5–1,5 g Natrium, was ungefähr 1,3–3,8 g Kochsalz entspricht. Die tatsächliche Menge kann jedoch stark variieren – je nach Schweißmenge, Trainingszustand, Ernährung, Temperatur und individueller Veranlagung.
Bei längeren Sporteinheiten, körperlicher Arbeit in der Hitze oder starkem Schwitzen kann Wasser allein zu wenig sein. Dann sollte nicht nur Flüssigkeit, sondern auch ein Teil der verlorenen Elektrolyte ersetzt werden.
Praktisch kann es in solchen Situationen sinnvoll sein, etwa 1–2 g Kochsalz pro Liter Trinkwasser zu ergänzen. Das ist keine allgemeine Pflicht für jeden Tag, sondern eine einfache Orientierung für Situationen mit erhöhtem Bedarf.
Wer zusätzlich salzhaltige Mahlzeiten und kaliumreiche Lebensmittel zu sich nimmt, ist in den meisten Fällen gut versorgt.
Zusätzliche Elektrolyte können besonders sinnvoll sein bei:
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starkem Schwitzen
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längeren Sporteinheiten
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heißem Wetter
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Sauna
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körperlicher Arbeit
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Durchfall oder Erbrechen
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sehr hohen Trinkmengen über längere Zeit
Der individuelle Bedarf hängt immer von Trinkmenge, Schweißverlust, Blutdruck, Nierenfunktion und bestehenden Erkrankungen ab. Menschen mit Herzinsuffizienz, fortgeschrittener Nierenerkrankung oder Leberzirrhose sollten ihre Trink- und Salzmenge grundsätzlich ärztlich abstimmen.
Merksatz: Wer viel Wasser und Salz verliert, sollte nicht nur trinken – sondern auch an Elektrolyte denken.
Geschwollene Beine – liegt das wirklich am Salz?
Viele Menschen glauben, geschwollene Beine seien automatisch ein Zeichen dafür, dass sie zu viel Salz gegessen oder zu viel getrunken haben. Tatsächlich stimmt das nur selten.
Ödeme – also Wassereinlagerungen im Gewebe – entstehen immer dann, wenn mehr Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austritt als wieder abtransportiert werden kann. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, und nur ein Teil davon hat überhaupt mit dem Salz- oder Wasserhaushalt zu tun.
Herz- und Nierenerkrankungen
Sind Herz oder Nieren schwer erkrankt, kann der Körper Salz und Wasser nicht mehr ausreichend regulieren. Gleichzeitig wird häufig das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, kurz RAAS, aktiviert.
Der Körper versucht dadurch, Natrium und Wasser zurückzuhalten, um das scheinbar verminderte Blutvolumen auszugleichen. Die Folge können Wassereinlagerungen sein, vor allem an Unterschenkeln und Knöcheln.
In diesen Fällen sollten Trink- und Salzmenge immer individuell mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Venenschwäche
Deutlich häufiger entstehen geschwollene Beine jedoch durch eine Venenschwäche oder Krampfadern.
Hier funktioniert der Rücktransport des Blutes zum Herzen nicht mehr ausreichend. Dadurch steigt der Druck in den Venen, Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und die Beine schwellen an.
Mit der Salzaufnahme hat das meist nichts zu tun. Viel wichtiger sind regelmäßige Bewegung, Kompressionsstrümpfe oder – je nach Befund – eine Behandlung der Venen.
Lymphödem und Lipödem
Auch beim Lymphödem oder Lipödem liegt die Ursache nicht im Salzhaushalt.
Beim Lymphödem ist der Abtransport der Lymphflüssigkeit gestört. Beim Lipödem handelt es sich um eine Fettverteilungsstörung, bei der es sekundär ebenfalls zu Schwellungen kommen kann.
Auch hier helfen weder eine salzarme Ernährung noch weniger trinken. Entscheidend sind Bewegung, Kompression, Lymphdrainage und – je nach Erkrankung – eine gezielte Therapie.
Die wichtigste Botschaft
Nicht jedes geschwollene Bein bedeutet, dass Sie zu viel Salz gegessen oder zu viel getrunken haben. Im Gegenteil: In vielen Fällen liegt die Ursache in einer Herz-, Nieren-, Venen- oder Lympherkrankung – und nicht einfach in der Salzaufnahme.
Deshalb gilt auch hier unser wichtigster Grundsatz: Nicht das Symptom behandeln, sondern die Ursache verstehen.
Eine pauschale Reduktion der Trink- oder Salzmenge ist bei geschwollenen Beinen deshalb häufig nicht sinnvoll und kann – je nach Ursache – sogar nachteilig sein.
Warum zu wenig Salz ebenfalls problematisch sein kann
Unser Körper besitzt ausgeklügelte Regulationsmechanismen, um den Salz- und Wasserhaushalt möglichst konstant zu halten.
Sinkt die Natriumzufuhr über längere Zeit deutlich ab oder nimmt das zirkulierende Blutvolumen ab, schaltet der Körper automatisch auf „Sparmodus". Dabei wird das sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteron-System aktiviert – eines der wichtigsten Hormonsysteme zur Regulation von Blutdruck, Natrium- und Wasserhaushalt.
Die Folgen sind:
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Renin steigt
●
Angiotensin II steigt
●
Aldosteron steigt
Dadurch versucht der Körper, möglichst viel Natrium über die Nieren zurückzuhalten. Und weil – wie wir bereits gelernt haben – Wasser dem Natrium folgt, wird gleichzeitig auch Wasser zurückgehalten. So stabilisiert der Körper sein Blutvolumen und verhindert einen weiteren Natriumverlust.
Diese Reaktion ist zunächst völlig sinnvoll und lebenswichtig. Sie zeigt aber auch, dass der Körper eine dauerhaft sehr geringe Natriumzufuhr keineswegs als Idealzustand betrachtet, sondern aktiv gegenreguliert.
Tatsächlich konnten mehrere Studien zeigen, dass eine sehr niedrige Natriumzufuhr mit einer stärkeren Aktivierung des RAAS sowie des sympathischen Nervensystems verbunden ist.
Genau diese hormonelle Gegenregulation wird als eine mögliche Erklärung dafür diskutiert, warum in großen Beobachtungsstudien nicht nur eine hohe, sondern auch eine sehr niedrige Natriumzufuhr mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko assoziiert war.
Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch möglichst viel Salz essen sollte. Es zeigt vielmehr, dass unser Körper auf beide Extreme reagiert – sowohl auf einen Überschuss als auch auf einen Mangel.
Merksatz: Nicht nur zu viel Salz belastet den Körper. Auch eine dauerhaft zu geringe Natriumzufuhr aktiviert hormonelle Gegenregulationsmechanismen. Gesundheit entsteht – wie so oft – in der richtigen Balance.
Die praktische Empfehlung – müssen wir wirklich Angst vor Salz haben?
Nach Jahrzehnten der Empfehlung, möglichst wenig Salz zu essen, sind viele Menschen verständlicherweise verunsichert. Salz gilt für viele fast schon als Synonym für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die wissenschaftliche Datenlage ist heute jedoch differenzierter als noch vor einigen Jahrzehnten. Große internationale Studien zeigen, dass die Zusammenhänge komplexer sind als lange angenommen.
Offenbar ist nicht nur eine sehr hohe, sondern auch eine dauerhaft sehr niedrige Natriumzufuhr mit gesundheitlichen Nachteilen verbunden. Gleichzeitig spielen das Verhältnis von Natrium zu Kalium, die individuelle Salzempfindlichkeit sowie der persönliche Lebensstil eine wichtige Rolle.
Die pauschale Angst vor Salz erscheint daher aus heutiger Sicht für viele gesunde Menschen nicht gerechtfertigt.
Das bedeutet jedoch ebenso wenig, dass möglichst viel Salz grundsätzlich gesund wäre. Wie so oft in der Medizin liegt die beste Lösung nicht in einem Extrem, sondern in einer bedarfsgerechten Versorgung.
Was bedeutet das praktisch?
🟢 Für gesunde Menschen
Wer gesund ist, sich regelmäßig bewegt, ausgewogen isst und keine relevanten Herz- oder Nierenerkrankungen hat, muss Salz nicht zwanghaft vermeiden. Viel wichtiger ist eine insgesamt gesunde Ernährung mit reichlich Gemüse und damit einer guten Kaliumversorgung.
💦 Bei Sport und Hitze
Wer viel schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch Natrium. In diesen Situationen sollte der Verlust sinnvoll ausgeglichen werden. Wasser und Elektrolyte gehören immer zusammen.
🩺 Bei Bluthochdruck
Menschen mit Bluthochdruck – insbesondere salzsensitive Patienten – profitieren häufig von einer moderaten Begrenzung der Salzzufuhr. Gleichzeitig sollte der Fokus aber ebenso auf einer kaliumreichen Ernährung, Gewichtsnormalisierung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf liegen. Der Blutdruck wird nicht durch Salz allein bestimmt.
🏥 Bei Herz- oder Nierenerkrankungen
Hier gelten individuelle Empfehlungen. Trink- und Salzmenge sollten immer gemeinsam mit dem behandelnden Arzt festgelegt werden.
Unsere Empfehlung bei Pur-Life
Wir halten wenig von Dogmen. Weder eine möglichst salzarme noch eine möglichst salzreiche Ernährung ist für jeden Menschen automatisch richtig.
Unser Ziel ist vielmehr eine bedarfsgerechte Versorgung mit Wasser und Elektrolyten, angepasst an den individuellen Lebensstil. Dazu gehören:
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ausreichend trinken
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auf eine gute Elektrolytversorgung achten
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viel Gemüse und andere kaliumreiche Lebensmittel essen
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Salzverluste durch Sport oder Hitze ausgleichen
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weder in das eine noch in das andere Extrem verfallen
Vielleicht ist Salz nie das eigentliche Problem gewesen. Vielleicht war es vielmehr unser Hang, komplexe biologische Zusammenhänge auf einfache Regeln wie „je weniger, desto besser" zu reduzieren.
Der menschliche Körper funktioniert jedoch selten nach Schwarz oder Weiß – sondern fast immer nach dem Prinzip der richtigen Balance.
Fazit
Viele Menschen haben heute mehr Angst vor einer Prise Salz als vor Bewegungsmangel, Schlafmangel oder hochverarbeiteten Fertigprodukten – obwohl gerade diese Faktoren für unsere Gesundheit nachweislich meist die deutlich größere Rolle spielen.
Vielleicht neigen wir Menschen dazu, einzelne Lebensmittel zu Helden oder Bösewichten zu machen. Mal war es das Fett, dann die Eier, anschließend die Kohlenhydrate – und schließlich das Salz.
Der menschliche Stoffwechsel ist jedoch deutlich komplexer. Gesundheit entscheidet sich nur selten an einem einzelnen Lebensmittel. Viel wichtiger ist das Zusammenspiel aus Bewegung, Ernährung, ausreichend Eiweiß, einer guten Kaliumversorgung, Wasser und Elektrolyten, erholsamem Schlaf, Stressmanagement und einem insgesamt gesunden Lebensstil.
Salz ist deshalb weder Freund noch Feind. Es ist ein lebenswichtiger Elektrolyt.
Die moderne Wissenschaft zeigt zunehmend, dass nicht nur ein Zuviel, sondern auch ein Zuwenig problematisch sein kann. Entscheidend ist nicht die Angst vor dem Salzstreuer, sondern die Fähigkeit, den eigenen Bedarf zu erkennen und Extreme zu vermeiden.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieses Artikels: Gesundheit entsteht nicht dadurch, dass wir einzelne Lebensmittel verteufeln. Gesundheit entsteht, wenn wir verstehen, wie unser Körper funktioniert.
Und genau deshalb lautet unsere Empfehlung bei Pur-Life nicht: „Iss möglichst wenig Salz." Unsere Empfehlung lautet:
Verstehe deinen Körper. Sorge für ausreichend Wasser und Elektrolyte. Iss kaliumreich. Gleiche Verluste durch Sport oder Hitze aus. Und denke daran: Wie so oft in der Medizin liegt die beste Lösung nicht im Extrem, sondern in der richtigen Balance.
Ganz getreu unserem Motto:
Gesundheit beginnt mit Verstehen.
Quellen
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3: Corona G, Giuliani C, Parenti G, et al. The Economic Burden of Hyponatremia: Systematic Review and Meta-Analysis. Am J Med. 2016 Aug;129(8):823–835.e4. doi: 10.1016/j.amjmed.2016.03.007.
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5: Amar AO, Holm JP, Jensen JE. Hyponatraemia is a risk factor for osteoporosis and bone fracture (dänisch). Ugeskr Laeger. 2016 Sep 12;178(37). pii: V03160210.
6: Grundmann F. Electrolyte disturbances in geriatric patients with focus on hyponatremia (deutsch). Z Gerontol Geriatr. 2016 Aug;49(6):477–82. doi: 10.1007/s00391-016-1117-y.
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8: Hew-Butler T, Rosner MH, Fowkes-Godek S, et al. Statement of the 3rd International Exercise-Associated Hyponatremia Consensus Development Conference, Carlsbad, California, 2015. Br J Sports Med. 2015 Nov;49(22):1432–46. doi: 10.1136/bjsports-2015-095004.