Du schläfst genug und bist trotzdem müde? Deine Stimmung schwankt ohne erkennbaren Grund? Dein Körper reagiert auf Training und Ernährung plötzlich anders als früher? Oft stecken Hormone dahinter – Botenstoffe, die Schlaf, Stoffwechsel, Stimmung, Zyklus und Leistungsfähigkeit mitsteuern.
Spoiler: Nicht jede Müdigkeit liegt an den Hormonen. Und nicht jede Hormonfrage beantwortet ein einzelner Bluttest. Genau hier setzt unser Live-Workshop an.
Gemeinsam mit unserem Gastreferenten Dr. rer. nat. Joachim Schneider schaust du hinter die Kulissen deines Hormonsystems. Du erfährst, wie Hormone zusammenspielen, was sie aus dem Takt bringt und welche Stellschrauben du selbst in der Hand hast. Fundiert, verständlich und mit viel Raum für deine Fragen.
Vier Themenblöcke, ein Ziel: Du verstehst deinen Hormonhaushalt besser und weißt, was du konkret tun kannst.
🧬 Hormon-Grundlagen verstehen
Wie Gehirn, Schilddrüse, Nebennieren und Eierstöcke zusammenspielen – und warum kein Hormon allein arbeitet.
🌸 Zyklus, Wechseljahre & Frauengesundheit
Was im Zyklus passiert, wie sich die Wechseljahre ankündigen und welche Beschwerden dabei typisch sind.
🥗 Ernährung, Training & Lebensstil optimal nutzen
Wie Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stressregulation deinen Hormonhaushalt beeinflussen.
🩺 Konkrete Tipps, Diagnostik & Q&A
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, was Laborwerte aussagen – plus offene Fragerunde.
Hormone: kleine Botenstoffe, große Wirkung
Hormone sind chemische Signale. Drüsen geben sie ins Blut ab, und sie wirken überall dort, wo Zellen den passenden Rezeptor tragen. Dafür reichen winzige Mengen: Viele Hormone zirkulieren im Nano- oder sogar Pikogramm-Bereich pro Milliliter Blut.
Die Schaltzentrale sitzt im Gehirn. Der Hypothalamus sendet Signale an die Hypophyse, die Hirnanhangdrüse. Sie steuert wiederum Schilddrüse, Nebennieren und Eierstöcke. Die Zielhormone melden zurück, ob genug produziert wurde – und bremsen bei Bedarf die Ausschüttung. Das funktioniert wie ein Thermostat, der die Heizung drosselt, sobald der Raum warm ist.
Dieses Prinzip erklärt auch, warum sich in den Wechseljahren bestimmte Laborwerte verschieben: Die Eierstöcke bilden weniger Östradiol. Die Bremse im Regelkreis lässt nach, und die Hypophyse schüttet mehr FSH aus – das follikelstimulierende Hormon. Probier es im Schaubild selbst aus:
Spannend wird es dort, wo sich die Achsen gegenseitig beeinflussen. Eine Schilddrüsenstörung kann zum Beispiel Beschwerden auslösen, die Wechseljahressymptomen ähneln – von Müdigkeit bis Hitzegefühl. Deshalb zählt sie bei unklaren Beschwerden zu den wichtigen Differenzialdiagnosen, also zu den Ursachen, die Ärztinnen und Ärzte gezielt ausschließen .
Dein Referent: Dr. rer. nat. Joachim Schneider
Unser Gastreferent vereint gleich mehrere Blickwinkel auf das Thema Hormone:
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Facharzt für Allgemeinmedizin
Sportmediziner
Dipl.-Chemiker
Dr. Schneider bringt langjährige Erfahrung in spezieller Hormon-Pharmakologie mit, in Hormonbehandlungen in der Gynäkologie und im Bereich der Sport-Gynäkologie. Damit verbindet er die Chemie hinter den Molekülen mit der ärztlichen Praxis – und mit dem Blick auf Frauen, die aktiv bleiben wollen.
„Wechseljahre verstehen und behandeln: Was Hormone können – und was vorher abgeklärt werden muss.“
— Dr. rer. nat. Joachim Schneider
Wechseljahre: Fakten statt Mythen
Kaum ein Gesundheitsthema sorgt für so viel Verunsicherung. Dabei ist die Studienlage heute deutlich klarer als noch vor 20 Jahren. Drei Punkte, die viele überraschen:
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Länger als gedacht: In der US-amerikanischen SWAN-Studie hielten häufige Hitzewallungen im Median 7,4 Jahre an .
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Zyklus als Hinweis: Verändert sich deine Zykluslänge um etwa sieben Tage, kann das laut deutscher S3-Leitlinie ein erstes Zeichen der Perimenopause sein – der Übergangsphase vor der letzten Regelblutung. Hormonwerte wie FSH helfen vor allem dann, wenn sich kein verwertbares Blutungsmuster ablesen lässt .
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Hormontherapie neu bewertet: Für Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause fällt das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei belastenden Hitzewallungen und zum Schutz der Knochen in der Regel günstig aus – sofern keine Gegenanzeigen bestehen .
Genau dieses „sofern“ ist der Knackpunkt. Vor einer Hormontherapie gehören Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder frühere Thrombosen auf den Tisch . Was das konkret bedeutet, welche Optionen es gibt – hormonell und nicht hormonell – und welche Fragen du deiner Ärztin oder deinem Arzt stellen solltest, erfährst du im Workshop.
Ganzheitlich gedacht: Was du selbst beeinflussen kannst
Hormone reagieren auf deinen Alltag. Bewegung, Ernährung, Regeneration und Geist – unsere vier B.E.R.G.-Säulen – greifen auch hier ineinander.
Ein Beispiel: In den Wechseljahren und danach nimmt die Knochendichte ab, vor allem an der Lendenwirbelsäule . Ein Grund: Östrogen schützt die Knochen – und davon bildet der Körper nun weniger . Krafttraining setzt hier einen gezielten Gegenreiz. In der LIFTMOR-Studie verbesserten Frauen nach den Wechseljahren mit geringer Knochendichte ihre Knochendichte und körperliche Funktion – mit zwei angeleiteten 30-Minuten-Einheiten intensiven Kraft- und Sprungtrainings pro Woche über acht Monate .
Im Workshop bekommst du konkrete Ansätze für Training, Ernährung und Lebensstil, die du direkt in deinen Alltag mitnehmen kannst. Ohne Dogma, ohne Wundermittel – dafür mit Plan.
So bist du dabei
Die Teilnahme ist kostenlos. Du entscheidest, ob du vor Ort in Weilburg dabei bist oder bequem online teilnimmst. Vorwissen brauchst du nicht – nur Neugier. Und gern ein paar Fragen im Gepäck.
Sichere dir jetzt deinen Platz – vor Ort oder online.
. Die Teilnahme ist kostenlos – egal ob vor Ort oder online.
Was kostet die Teilnahme?
Nichts. Der Workshop ist kostenlos – vor Ort in Weilburg und online.
Für wen eignet sich der Workshop?
Für alle, die ihren Hormonhaushalt besser verstehen wollen. Der Schwerpunkt liegt auf Frauengesundheit – vom Zyklus bis zu den Wechseljahren. Auch Partner, Angehörige sowie Trainerinnen und Trainer nehmen wertvolles Wissen mit.
Kann ich meine eigenen Fragen stellen?
Ja. Im Q&A-Teil ist Raum für deine Fragen rund um Hormone, Zyklus, Wechseljahre und Lebensstil.
Ersetzt der Workshop eine ärztliche Beratung?
Nein. Der Workshop vermittelt fundiertes Wissen und hilft dir, die richtigen Fragen zu stellen. Eine individuelle Diagnose oder Therapieentscheidung gehört in die Hände deiner Ärztin oder deines Arztes.
Quellen
1: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen. Kurzfassung 2026 (Konsultationsfassung). AWMF-Registernummer 015-062. 2026.
2: Avis NE, Crawford SL, Greendale G, et al. Duration of menopausal vasomotor symptoms over the menopause transition. JAMA Intern Med. 2015;175(4):531–539. doi: 10.1001/jamainternmed.2014.8063.
3: The North American Menopause Society. The 2022 hormone therapy position statement of The North American Menopause Society. Menopause. 2022;29(7):767–794. doi: 10.1097/GME.0000000000002028.
4: Watson SL, Weeks BK, Weis LJ, Harding AT, Horan SA, Beck BR. High-intensity resistance and impact training improves bone mineral density and physical function in postmenopausal women with osteopenia and osteoporosis: the LIFTMOR randomized controlled trial. J Bone Miner Res. 2018;33(2):211–220.