Hab ich mir immer wieder in der Klinik gesagt. Und hat früher als junger Assistent mein Oberarzt zu mir gesagt: „Denk an die Elektrolyte“. Muss man sich immer wieder selbst dran erinnern. Geht es einem Patienten nicht gut, schaut man erstmal auf sein Blut und dann besonders auf die Elektrolyte. Natrium, Kalium, Calcium/Magnesium, unsere wichtigsten Mineralien. Akute Verschiebungen der Werte aus dem Normbereich, können akute schwere Probleme verursachen. Weiß jeder Kliniker. Müssen dann auch sofort behandelt werden. Daran erkennt man wie wichtig die Elektrolyte sind. In der Akutsituation in der Klinik Standard. Aber im Alltag werden sie häufig vergessen. Bei Sportlern, bei funktionellen Beschwerden, Abgeschlagenheit, Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfen, Asthma, Bluthochdruck, Migräne, Ganzkörperschmerz, Knochenschmerzen, Osteoporose, Depression, Burn-out, Reizbarkeit, usw (die Liste kann man sehr lange weiterführen) denkt kaum einer dran. Trotzdem haben die Elektrolyte überall eine Bedeutung. Keine Zelle kann funktionieren ohne regelrechtes Verhältnis der Elektrolyte. Kein Nerv kann Signale korrekt übertragen ohne die Elektrolyte. Keine Muskelzelle funktioniert normal, wenn die Elektrolyte gestört sind. Und so weiter. Also bei komischen unklaren Beschwerden und besonders bei chronischen Erkrankungen, erst mal an die Elektrolyte denken. Akute Elektrolytverschiebungen kann man im Blut im Labor nachweisen. Weil die Elektrolyte aber so wichtig sind, holt sich der Körper auf Dauer fehlende Elektrolyte aus den Speichern, besonders aus dem Knochen und aus dem inneren der Zellen. Blutwerte sind dann zwar normal, Körperspeicher aber nahezu leer. Deswegen reicht es auch nicht, bei chronischen Erkrankungen mal eine Tablette Magnesium auszuprobieren. Hilft nicht, ok, lassen wir´s mal wieder sein. Bis leere Speicher aufgefüllt sind, können Monate vergehen. Magnesium ist häufig Mangelware. Ist vor allem in grünem Gemüse enthalten (und Vollkornprodukten). In grünem Gemüse ca. 25mg pro 100 Gramm Lebensmittel. Der Tagesbedarf an Magnesium ist ca. 400mg pro Tag. Man muss also nur 1,6 Kilogramm Broccoli am Tag essen und schon hat man den Tagesbedarf gedeckt. Macht aber kaum einer. Ich jedenfalls schaffe das nicht. In Form von Getreide will man es lieber auch nicht abdecken, sonst hat man so viele Kalorien in Form von Kohlenhydraten/Zucker, dass das Übergewicht vorprogrammiert ist. Und der Diabetes dazu. Erster Grund für einen Mangel.
Zweiter Grund: Calcium und Magnesium ist im Körper immer im Verhältnis 2 zu 1 vorhanden. (Tagesbedarf ca.: Calcium 800mg, Magnesium 400mg). Sollte man auch so zuführen. Wie wir wissen, wird das Calcium aber nur mithilfe von Vitamin D aufgenommen. Kein Vitamin D, kein Calcium, kein Magnesium. Und über die Hälfte der Deutschen hat eine Unterversorgung an Vitamin D. Da haben wir es! Kein Vitamin D, kein Calcium, kein Magnesium. Und da sind sie, unsere funktionellen Beschwerden von oben: Asthma, Migräne, Bluthochdruck, Burnout, usw.. Was muss man also machen? Sie wissen es jetzt: Vitamin D, Calcium und Magnesium ausreichend zu sich nehmen.
Also, lange Rede kurzer Sinn: DENK AN DIE ELEKTROLYTE! (besonders Vitamin D, Calcium, Magnesium)
Die Elektrolyte sind übrigens oft in sehr guter Konzentration in guten Mineralwässern enthalten. Es lohnt sich, mal die Aufschriften auf den Flaschen über die Inhaltsstoffe zu lesen und zu vergleichen (am besten mal im Getränkemarkt; aus meiner Erfahrung heraus wird man bei den Mineralwässern in Plastikflaschen in den Discount-Supermärkten nicht fündig).
PS: Wenn es in der Klinik einem Patienten nicht gut geht, ist es schon ein Reflex erstmal eine Ringer-Infusion anzuhängen. Ringerlösung enthält alle wichtigen Elektrolyte in der physiologischen Konzentration (isotonisch). Weiß jeder Arzt, kennt jeder Arzt, macht jeder Arzt in der Klinik. In Akutsituationen. Nur bei chronischen Beschwerden, funktionellen Beschwerden, Kopfschmerz, Muskelkrämpfe, Asthma, Migräne u.v.m. wird das leider immer wieder vergessen.