(M)ein letzter Gedanke...
Der letzte Gedanke… ein kurzer Gedanke.
(nur lesen, wenn Zeit und Kopf)
In meinem Beruf, besser geht bei meiner Berufung, habe ich täglich via Mail, online-Beratungen, Chats, persönlichen Gesprächen mit sehr vielen Menschen zu tun.
Mit Menschen die Hilfe möchten. Hilfe bei ihrer Gesundheit. Hilfe bei ihrer Figur. Hilfe bei Depressionen und und und. Ich liebe meine Job .. sehr.. Er gibt mir unendlich viel und
ich bin unendlich dankbar für all das. Es ist etwas sehr Besonderes, Menschen helfen zu können oder zumindest die Hoffnung/Aussicht auf Hilfe zu geben. Was gibt es Schöneres, als anderen Menschen zu helfen. Was gibt es Schöneres, als ein ernstgemeintes Danke? Eben.. da gibt es nicht viel, was da drüber kommt.
Was ich dabei immer wieder feststelle ist, dass die Sorge um die Figur und das Essen fast alles überwiegt. Dass die „falsche“ Ernährung den Kopf so beherrscht und die Gedanken so beschäftigt, dass man das Wesentliche aus den Augen verliert, nämlich das Leben. Das eigene Leben. Nein, man soll jetzt nicht einfach die Figur Figur sein lassen und alles in sich reinstopfen was man will, sondern man soll bewusster Leben, bewusster Essen, bewusster genießen. Denn das Leben kann schneller vorbei sein, als einem lieb ist.
Dabei stellt sich mir die folgende Frage:
Was wird wohl der letzte Gedanke auf dem Sterbebett sein?
Wird man sich ärgern, dass man nicht noch mehr Diäten versucht hat?
Wird man sich ärgern, doch nicht das Sixpack erreicht und gehalten zu haben?
Wird man sich ärgern, dass man nicht richtig trainiert hat? Oder oder oder...
Ich glaube man wird sich bewusst werden, dass man sich viel zu sehr mit diesen Nebensächlichkeiten gestresst hat. Viel zu sehr auf die Äußerlichkeiten geachtet zu haben. Man wird glaube ich, erst am Ende des Lebens erkennen, was wirklich wichtig war und ist. Was man wirklich gut und richtig gemacht hat und was man hätte besser sein gelassen.
Wer bewusst stirbt, wird spätestens dann erfahren was Leben wirklich bedeutet (hat). Was es hätte sein können. Was es gewesen ist. Ein "Soll-Ist-Vergleich". Das ist im HIER & JETZT , ein gruseliger Gedanke. Dieser sollte aber kurz zum Nachdenken anregen und bewusst machen, dass man JETZT "NOCH" lebt und das man jetzt noch diesen „Soll-Ist-Vergleich“ in die richtige Richtung bewegen kann, so dass man am Ende des Lebens sagen kann, ja ich habe so gelebt, wie es sein sollte und wie ich wollte! Am Ende jammern, dass man vieles hätte anders machen müssen/sollen, ... ist zu spät..
Für mich selbst wünsche ich mir, einen Tod, wie ihn Udo Jürgens mit 81 erfahren durfte. Beim Spazierengehen einfach tot umfallen. Keine Zeit für einen Soll-Ist-Vergleich. Da gibt es keine Reue, kein Bereuen, kein Bedauern. Leben und sterben. Die natürlichsten Dinge der Welt .. so erschreckend schön und so herrlich erdend. Keiner lebt ewig, keiner entkommt von diesem Planeten. Wir alle haben das gleiche Schicksal. Wir kommen und gehen nackt. Ohne Klamotten, Handtaschen, Schuhe und Uhren. Auch ohne Autos und Berufe. Das einzige was wir hinterlassen, sind Erinnerungen und Emotionen. Das macht uns unsterblich.
Angst vor dem Tod? Nein. Muss man nicht haben. Unsere Seele stirbt nicht. Wir wechseln nur den Energiezustand. Aber auch das ist Ansichtssache. Genauso, wie auch, was einem wichtig ist im Leben. Vielleicht ist es mir ja mit diesem „kurzen“ Text gelungen,
die Wahrnehmung des eigenen Lebens, etwas zu verändern. Die aktuellen Prioritäten
zu überdenken. Die aktuell eingeschlagene Richtung zu hinterfragen. Oder vielleicht ist es mir einfach nur gelungen, dass Du jetzt inne hältst, dankbar für dein Leben bist, deinen Nächsten sagst, dass Du sie liebst und Du froh bist, dass sie da sind.
Mark Twain sagte am Ende seines Lebens:
"Hätte ich gewusst, das 90 Prozent der Dinge, über die ich mir Sorgen gemacht habe bzw. vor denen ich Angst hatte, nicht eintreten, dann hätte ich viel entspannter gelebt!"
Enjoy live on every Moment!