Vitamin A. Hört man mal gutes, mal vermeintlich schlechtes drüber. Punkt. Leider. Ohne weitere Informationen. Der eine sagt so, der andere so. Da denkt man sich dann: „Haben alle auch keine Ahnung!“. Damit verwirft man dieses wichtige Thema. Leider. Aus Mangel an Informationen. Die Informationen und Wissenschaft darüber gibt es aber. Denn Vitamin A gehört wie alle anderen auch zu den lebensnotwendigen Bestandteilen unseres Körpers. Ohne würde man sterben. Und auch mit zu wenig, kann es schon viele Probleme geben:
-Nachtblindheit, Hornhauttrübung, Erblindung
-Störung des Knochen- und Zahnwachstumes
-gestörte Lungenentwicklung beim Neugeborenen (7)
Vitamin A Mangel ist weltweit bei Kindern, gerade in Entwicklungsländern, die häufigste Ursache für Blindheit. Ein Mangel sollte also unbedingt vermieden werden.
Was ist nun die optimale Dosis?
Die DGE empfiehlt ca. 1mg Vitamin A pro Tag. 1mg entspricht 3333 IU (internationl units, oder IE = internationale Einheiten). Die allgemeinen Empfehlungen liegen je nach Alter/Geschlecht und Schwangerschaft zwischen 2500-5000 IU pro Tag.
Soviel braucht der Mensch im Schnitt täglich. Zur Prophylaxe.
Vitamin A braucht als Partner auch ausreichend Zink im Blut, damit es überhaupt wirkt. Die Verschiedenen Mikronährstoffe brauchen sich eben auch untereinander damit eine positive Wirkung auftreten kann.(1 )
Also nur positives über Vitamin A? Es gibt wie immer auch etwas zu beachten. „AHA“, werden jetzt viele sagen, also doch richtig, dass in den Medien immer vor Vitaminen gewarnt wird. Aber vorsicht, ist alles relativ. Es gibt zwar beim Vitamin A, als eines der wenigen Vitamine, auch Überdosierungen bei zu hoher Einnahme. Man muss hierbei aber auf die Dosierungen achten. Akute Vergiftungen können bei Einnahme von 1.5 Millionen IE (bei Erwachsenen), bei 300.000 IE (bei Kindern) und bei 150.000 IE (bei Kleinkindern) auftreten. Die Beschwerden sind dann Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Abschälen der Haut. Diese sind 36 Stunden nach Absetzen der Medikation voll reversibel, also weg. Chronische Vergiftungen können auch auftreten. Aber nur wenn man über 2 Jahre hinweg täglich 100.000 bis 200.000 IE zu sich nimmt. Wie kann das passieren? Eigentlich nur über die Aufnahme von Robben-, Eisbär-, oder Haifischleber. Diese enthalten über **150.000 IE Vitamin A pro Gramm Leber. **
Diese kurze Erläuterung sollte einmal verdeutlichen, worum es in den Medien immer geht, wenn von negativen Wirkungen vom Vitamin A gesprochen wird. Aber mal ehrlich: das Risiko dahin zu kommen ist doch sehr gering. Wer von uns isst denn Haifisch-, Robben- oder Eisbärenleber? Ich hoffe keiner.
Eine weitere negative Eigenschaft von zu hohen Dosen des Vitamin A ist in der Schwangerschaft zu beachten: Vitamin A und seine Derivate (z.B. Isotretinoin) gelten in der Schwangerschaft als teratogen, heißt möglicherweise eine erhöhte Rate an Missbildungen. Konnte zwar beim Menschen noch nicht sicher bewiesen werden, aber von einer überhöhten Dosis wird daher vorsichtshalber abgeraten. Daher ist die Empfehlung, dass Schwangere nicht mehr als 10.000 IE pro Tag zu sich nehmen sollten. ABER: Vitamin A ist auch absolut notwendig für das Wachstum und die Entwicklung des Kindes. Daher ist ein Mangel in der Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden. Es kommt eben wieder auf die richtige Dosis an. Für Schwangere werden **3000 IE **Vitamin A pro Tag empfohlen. Und diese sollten auch zugeführt werden. Vor allem für eine gute Lungenentwicklung des Neugeborenen (7).
Vitamin A ist übrigens auch ein natürlicher **Sonnenschutzfaktor **für die Haut. Wer demnächst länger in der Sonne liegen will und gut geschützt sein will, denke an ausreichend Vitamin A (3).
Ach ja, für die Entdeckung des Vitamin A gab es 1937 für Paul Karrer den Nobelpreis. Zeigt auch nochmal, für wie wichtig diese Entdeckung für die Menschheit erachtet wurde. Wie alle Vitamine.
Vitamin A Gehalt verschiedener Lebensmittel (pro 100 Gramm Lebensmittel):
Für ausreichend Vitamin A z.B.: 2 Möhren am Tag, kleingehexelt mit etwas Öl (Vitamin A ist fettlöslich, wird also nur in Anwesenheit von Fett resorbiert). Und wie immer: im Zweifel kann man den Blutspiegel vom Vitamin A bestimmen lassen. Es gibt zahlreiche Studien, die eindeutig aufzeigen, dass je höher der Blutspiegel vom Vitamin A, desto geringer das Krebsrisiko. (4,5,6)
Also, lassen Sie sich von Falschinformationen nicht beirren. Alle Fakten beachten. Vitamin A ist sehr positiv und lebensnotwendig. Nur eine extreme!! (denke an die Eisbärenleber) Überdosierung sollte vermieden werden.
Aus „Handbuch Vitamine“, Klaus Pietrzik
Sci Rep.
2016 Dec 12;6:38936. doi: 10.1038/srep38936.Association between vitamin A, retinol and carotenoid intake and pancreatic cancer risk: Evidence from epidemiologic studies.Huang X
1, Gao Y
1, Zhi X
2, Ta N
1, Jiang H
1, Zheng J
1.Clin Nutr.
2015 Aug;34(4):620-6. doi: 10.1016/j.clnu.2014.06.007. Epub 2014 Jun 23.Association between vitamin A, retinol intake and blood retinol level and gastric cancer risk: A meta-analysis.Wu Y
1, Ye Y
1, Shi Y
2, Li P
1, Xu J
1, Chen K
1, Xu E
3, Yang J
4.N Engl J Med.
2010 May 13;362(19):1784-94. doi: 10.1056/NEJMoa0907441.Maternal vitamin A supplementation and lung function in offspring.Checkley W
1, West KP Jr
, Wise RA
, Baldwin MR
, Wu L
, LeClerq SC
, Christian P
, Katz J
, Tielsch JM
, Khatry S
, Sommer A
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