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Wechseljahre
Keine Rutschbahn, sondern eine Achterbahn
Viele stellen sich die Wechseljahre als sanftes Ausklingen vor: Die Hormone sinken, fertig. Tatsächlich schwanken sie in der Perimenopause oft stärker als in den Jahren davor – bevor sie sich auf niedrigem Niveau einpendeln. Genau das erklärt, warum sich manche Wochen völlig normal anfühlen und andere gar nicht.
Klick dich durch die fünf Phasen. Du siehst, was hormonell passiert, was du davon merken kannst und was im Körper unbemerkt abläuft.
Highlight-Vortrag mit Dr. rer. nat. Joachim Schneider
Was Hormone können – und was vorher abgeklärt werden muss
Hormontherapie ist weder Allheilmittel noch Teufelszeug. Passend eingesetzt kann sie Beschwerden gezielt behandeln und Knochen sowie Schleimhäute schützen. Für wen sie infrage kommt, in welcher Form – und welche Befunde vorher geklärt sein müssen: Das ordnet Dr. Schneider in seinem Vortrag von 14:00 bis 15:30 Uhr ein.
Ein Beispiel, das viele überrascht: Muskeln baut eine Hormontherapie allein nicht auf. Eine Metaanalyse mit 12 Studien und 4.474 Frauen fand keinen relevanten Effekt auf die fettfreie Masse
. Mit Krafttraining sieht es anders aus. In einer kleinen randomisierten Studie wuchs der Muskelquerschnitt mit Östradiol um 7,9 %, mit Placebo um 3,9 % – die Kraft stieg in beiden Gruppen gleich stark
.
Training schafft Funktion, Hormone können ergänzen. Und wenn du abnehmen willst, zählt das Protein: Bei Erwachsenen mit Übergewicht war ab 1,3 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag im Mittel sogar ein leichtes Muskelplus zu erwarten. Unter 1,0 g stieg das Risiko für Muskelverlust
.
Wichtig: Jede Blutung nach der Menopause gehört zeitnah in die gynäkologische Abklärung. Bitte nicht abwarten.
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Quellen
13: Greendale GA, Sternfeld B, Huang M, et al. Changes in body composition and weight during the menopause transition. JCI Insight. 2019;4(5):e124865.
https://doi.org/10.1172/jci.insight.124865
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https://doi.org/10.1016/j.jacc.2009.10.009
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20: Dam TV, et al. Front Physiol. 2021;11:596130.
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https://doi.org/10.1016/j.clnesp.2024.06.030
Stoffwechsel
Was sich unter der Oberfläche verschiebt
Fett rauf, Muskeln runter. In der US-Langzeitstudie SWAN verdoppelte sich mit Beginn des Übergangs das Tempo der Fettzunahme, während die Muskelmasse sank. Das setzt sich bis etwa zwei Jahre nach der letzten Periode fort und flacht dann ab
.
Cholesterin mit Sprung. Gesamt- und LDL-Cholesterin steigen im Jahr vor und nach der letzten Periode deutlich – ein Effekt der Menopause. Blutdruck, Blutzucker und Insulin entwickelten sich in derselben Studie dagegen gleichmäßig mit dem Alter
. Nicht jede Veränderung ist also hormonell. Auch das gehört zu einer ehrlichen Einordnung.
Knochen ohne Vorwarnung. Von 10,6 % Knochendichte, die die Lendenwirbelsäule in zehn Jahren verlor, gingen 7,4 % allein in den drei Jahren rund um die letzte Periode verloren
.
Körper und Kopf
Was du spürst – und wie lange
Wallungen mit Ausdauer. Häufige Hitzewallungen halten im Median noch 4,5 Jahre nach der letzten Periode an. Wer sie schon früh in der Perimenopause bekommt, hat sie oft am längsten
.
Gehirnnebel mit Ablaufdatum. In der Perimenopause lernten Frauen in wiederholten Tests weniger dazu als vorher. Nach der Menopause erreichte die Lernleistung wieder das frühere Niveau
.
Stimmung im Umbruch. Das Risiko für depressive Symptome ist in der Perimenopause erhöht, nach der Menopause nicht mehr
. Fühlst du dich in dieser Phase über Wochen niedergeschlagen, hol dir ärztliche oder psychotherapeutische Unterstützung.