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Verdauung – wenn der Bauch nicht mitspielt
Übersicht
Blähbauch & Atmung
Verdauung stärken
Bauchfett & Stress
Der Bauch, der nach dem Essen wächst
„Morgens ist alles gut. Nach dem Essen sehe ich aus wie schwanger.“ Dieser Satz ist der typische Hinweis auf einen Mechanismus, der in der Wissenschaft gut beschrieben, in der Praxis aber kaum bekannt ist.
Der Mechanismus
Wenn das Tanzpaar den Takt verliert
Beim Einatmen senkt sich das Zwerchfell, die Bauchwand gibt sanft nach. Beim Ausatmen steigt das Zwerchfell wieder, die Bauchwand strafft sich. Hier steckt ein verbreiteter Denkfehler: Viele meinen, beim Einatmen würde sich das Zwerchfell heben – es ist genau umgekehrt.
Nach dem Essen wird der Magen-Darm-Trakt gedehnt. Reagiert das Nervensystem darauf überempfindlich, startet ein ungünstiges Muster: Das Zwerchfell kontrahiert und tritt nach unten, die Bauchwand gibt nach, der Bauchinhalt wird nach vorne verlagert. Der Bauch wölbt sich sichtbar vor.
Die kleine Übung nach dem Essen
Der wichtigste Hebel ist erstaunlich einfach: lange ausatmen. Dabei entspannt sich das Zwerchfell und steigt nach oben, der Bauchraum wird entlastet, der Innendruck kann sinken.
Die Übungen im Video
Linda zeigt dir die passenden Übungen Schritt für Schritt.
Übung 1
Atmung nach dem Essen
Den ganzen Artikel von Dr. Volker lesen
Die Vorwölbung ist real – in Studien gemessen und bildgebend dargestellt
Kein Psycho-Blähbauch, sondern eine neuromuskuläre Fehlkoordination
In einer Untersuchung mit 139 Betroffenen lag das Darmgasvolumen bei 99 von 104 im normalen Bereich
Umlernbar – weil es ein Muskel- und Atemmuster ist
Der häufigste Fehler
Warum Bauch einziehen nicht hilft
Es gibt eine Pose, die wie ein Lehrbuchbeispiel wirkt: Brust raus, tief einatmen, Bauch fest einziehen. Physiologisch ist das das Gegenteil von Entspannung – das Zwerchfell bleibt unten, die angespannte Bauchwand hält von vorne dagegen, der Bauchinnendruck steigt. Wer das dauerhaft macht, trainiert genau das Druckmuster, um das es hier geht.
Auch Stomach-Vacuum-Übungen, Pressatmung, langes Luftanhalten, harte Planks und ständiges Bauch-Reinhalten können das überkontrollierte System weiter irritieren – und Völlegefühl, Reflux, Sodbrennen oder Beckenbodenspannung verstärken.
Nicht: Bauch maximal hart machen
Nicht: Stomach Vacuum, Pressatmung, Luft anhalten
Nicht: harte Core-Übungen direkt nach dem Essen
Sondern: ausatmen, Zwerchfell hochkommen lassen, Bauchwand sanft organisieren
Aufrecht sitzen oder langsam gehen, Schultern locker
Ruhig durch die Nase einatmen
6–8 Sekunden langsam ausatmen
Unterbauch sanft nach innen begleiten – als würde der Nabel leicht Richtung Wirbelsäule gleiten
2–4 Sekunden entspannt warten, dann die nächste Einatmung von selbst kommen lassen
Nicht pressen, nicht maximal ausatmen, nicht den Bauch brutal einziehen. Die Ausatmung soll wie ein sanfter Seufzer sein – die Luft darf herausfallen. Leises Summen beim Ausatmen hilft, in keinen Pressmodus zu geraten.

Gute Positionen

Rückenlage mit hochgelegten Beinen – entlastet den Bauchraum besonders gut
Seitenlage
Kindhaltung aus dem Yoga
Aufrechtes Sitzen nach dem Essen
Langsames Gehen
Der Merksatz dazu: Es geht nicht darum, den Bauch stärker zu machen, sondern das Zwerchfell aus seiner falschen Einatemstellung zu holen.
Übung 2
Zwerchfell entlasten